[aus: gesänge einer urenkelin]



an einem fünften julmond
liegt schnee auf den dächern
den ästen den wiesen
einer keltischen landschaft
in meiner erinnerung
wächst grün über uns hinaus
eine längst vergangene weise
führt zu uns zu unseren kindern
sprechen wir sanft
weiß über
eiltes land einer fremd
vertrauten melodie


©diana jahr 2022

notiz aus folkwelten &



körper resonanzräume aus händen aus mündern sprießen akkorde in dur und moll musik quillt aus jeder pore des abends diese fließende sprache perlt sprudelt murmelt flutet schwemmt über liegt ruhig lindert brandet wühlt auf füllt an hinterlässt ein gefühl von
glück


©diana jahr 2022

skizze (151)



die blätter rascheln laut dieser oktober geht als sommer über in den november einer wankenden welt noch ist der kaffee am morgen mein elixier geleitet mich in den tag und tropfen an der fensterscheibe schreiben mir nachrichten auf dem display dein wort geht nah dem kommenden wende dich zu sagte einst zhuangzi der blick zurück verwischt einen traum ich drehe mich um und sehe am horizont einen winter töne in dunkelgrün


©diana jahr 2022

skizze (150)



sie kaut auf den sätzen, dreht jedes wort zweimal im mund herum, bevor es über die lippen geht. er hingegen spricht einen wasserfall. manchmal passiert ihr das auch, aber dann sind die worte rot. sprudeln möchte sie, in gelb und grün. seine sprache ist blau. wenn sie sich begegnen, fliegen silben hin und her, ihre sind schwer, aber voller klang, seine leicht, und sie treffen absichtslos ins schwarze.


©diana jahr 2022