skizze (141)



die aussicht durchs fenster ist klar. wir sehen muster und einen seltsamen krieg im frühling. und doch zieht uns etwas hinaus in ein grün voller ideen. du sagst blauregen, flieder, ginster und der fjord ist nicht fort, er liegt hinter den worten. ich weiß, sonst wäre mein herz still, aber es schlägt laut im takt mit dem wind. wir lassen uns unter einem kirschbaum nieder und eine blüte legt sich auf dein haar. du bist ein gedicht. wie sehr wünschte ich, ich könnte dich schreiben.


©diana jahr 2022

skizze (140)



ein auf und ab denken. frühling! doch er wirft trockene schatten und kann nichts ausrichten gegen seltsame menschen, die seltsame dinge tun. das leben ist abwegig. nie weiß man, was hinter der nächsten ecke lauert. manchmal verwüstung. manchmal ein ginster. gelb und üppig. oder ein gedicht aus tausend worten.


©diana jahr 2022

zuflucht



doch hier ist unsere zukunft, zufluchtsort im gedicht, hier wird es nie kalt. die fäden halten uns, wickeln uns ein und aus, wärmen unsere worte, spannen, entspannen, verknoten und lösen sich. deine hände sind figuren, wenn sie mich erkunden, werden leicht und leichter. und deine erst, sagst du, und hältst ganz still, wenn meine finger auf dir tanzen und dann meine hände sich an deinen durchtrainierten körper schmiegen. dabei bin ich so unsportlich, lache ich, nur gehen mag ich, und tischtennis und badminton, federball sagte man damals noch. federn, sinnierst du, deine finger sind federn. abrupt setze ich mich auf. dürfen wir das überhaupt? da draußen ist krankheit und krieg. natürlich dürfen wir, sagst du, jetzt erst recht. du küsst mich, als wäre ich ein zu erforschendes meer und setzt mir eine krone aus glitzernden wörtern auf. ich sage danke und dass ich dich wahnsinnig mag. ich weiß, du wahnsinnige, lachst du. dann wirst du ganz ernst. dich spüren, sagst du, das ist es, ich will dich spüren. und ich dich. wann immer es gelingt, öffnet sich ein gedicht.


©diana jahr 2022