irgendwo ist immer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

für mo

vor sechs frühlingen fielst du einfach so aus der zeit, vor vielen herbsten hinein, nun gelten für dich andere weiten, sternstunden, mondtage, ich sehe dich manchmal in einem baum, einem lächeln, einem tropfen, der den strom hinab fließt, wir haben uns geerdet, beflügelt, ich vermisse dich, doch ich weiß um die zeiten, die weiten in uns – zart ist das leben, zerbrechlich, vergänglich – allein im gedicht wachsen blumen stet, unermüdlich und immer wieder neu

 

©diana jahr 2020

skizze (123)

 

du sagst von affen könnte ich schreiben oder von dir mein gedicht will dich umschlingen doch es rutscht ab wo bist du? ich sehe dich nicht aber ich höre deine wörter klingen fremd und ich höre dazwischen du bist kein affe du bist ein wolf der sich verirrt hat und ich bin deine wölfin die dich heimruft heimlich heim ruft

 

© diana jahr 2020

(gedicht eines berghangs)

 

auf graten, benetzt mit tau, begegnen wir uns, legen worte aneinander und ineinander, furchtlos balancierend, jonglierend, hoffend auf einen pfad jenseits des abgrunds streifen sich unsere hände und langsam sprech ich dir ein lippenwort auf die stirn, du siehst mich an, dein blick mäandert in mir und der grat wird breiter atmen wir tief legst du dich um mich, endlich, für einen moment, bevor wir weiterziehen

 

©diana jahr 2020