[noch fällt kein schnee]

 

fernes laub
knistert an meinem ohr
oder ist es das feuer im kamin

du ziehst deine schuhe aus
ich spüre
schritte auf dem parkett

noch fällt kein schnee
mir ins gedicht
nur der tagnebel hüllt uns in seinen kokon

nachts spähen leoniden durchs fenster

und die straße

schweigt

 

©diana jahr 2020

novembrion

 

tage kriechen im nebel, der ahorn bricht sich keinen zacken aus der krone, höchstens ein blatt, oder zwei, auch bäume brauchen abstand (vom sommer), die wälder neigen sich bunt zur straße, deren asphalt so seltsam glitzert und ich strauchle meiner wege, bedachtsam, mit rauschenden ohren, offenen augen, verhülltem mund, aber nicht stumm, sondern voller gesang, mit einem rotkehlchen auf der zunge, immer auf der suche, nach licht, einem blick, einem gedicht

 

©diana jahr 2020