an meinem küchentisch

 

 

sie sitzt an meinem küchentisch
bei geöffnetem fenster
und erzählt von sich

von den eckigen schatten
die sie wirft, unterm mond
(schlafen wahre gesichter)

von dem schachteltraum
dessen labyrinth stets
nach unten weist

von der schwierigkeit
einen menschen zu formulieren
(den man liebt)

und von der ganzheit
einer melodie
(die deine stimme trägt)

vom sturm abgeschirmt
sitz ich an meinem küchentisch
und schreibe ein gedicht

 

(©diana jahr 2013/2017)

 

skizze (48)

 

skizzen entstehen (fast) von selbst, wenn ich mich öffne und die hand übers papier treiben lasse. gedanken – striche – schnörkel hier und da. doch immerzu dem weg folgend, der sich mir bahnt, durchs wort, durch fragezeichen, durch dich – sehe ich klar. manchmal folgt dem wort ein ausrufezeichen, sichtbarer als jede geste. wenn ich die augen schließe, liegt sie vor mir: eine landschaft, voller verse, voller herzinnigkeiten, die ich in dein blickfeld rücke. und du, du liest mich. wie das buch sich öffnet und die geschichte sich weiterschreibt. wie du als stern darin leuchtest. das ist das schönste daran.

 

©diana jahr/ 2017