juli 2019, westerwald

 

die zikaden zirpen um die wette, welch satter klang, es ist warm und trocken, wie im süden, regen weitgehend abwesend. borkenkäfer zerfressen sämtliche nadelbäume und der eichenprozessionsspinner webt fleißig seine netze. noch fließt das wasser aus der leitung, aber wie lange noch – wie lange?

 

© diana jahr 2019

zuflucht

 

im grünen
baue ich ein haus
aus worten
jeder kann darin wohnen
es hat große fenster
eine offene tür
und wird nie fertig
weil es wächst
zwischen den zeilen
und darüber hinaus
ich richte es ein mit verben
und (heimeligen) adjektiven
mit kommata und fragezeichen
damit jeder etwas suchen kann
vielleicht sogar findet, im see
vor dem haus
oder in den bäumen
die es säumen
selbst reime wohnen ihm inne
(wegen der harmonie)
ich baue auf
liebe

 

©diana jahr 2019

skizze (93)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ich schwimme, ich gehe, gedanklich im irrgarten. was mir so begegnet, plastik, in allen formen und größen, abgase, eine wieder zunehmend rassistische gesinnung. gedanken ans sterben, der bienen, und allgemein. wie alles zusammenhängt. jugendliche, die auf die straße gehen, im sinne von greta aus schweden. aufgerüttelte menschen. was gut ist. diese sorge um unsere erde, ums grün. wir haben sie nur geliehen, reichen sie durch unsere hände. immer weiter. „menschenjunges, dies ist dein planet“, sang einst reinhard mey, es liegt an uns, ob er unsere kinder in zukunft willkommen heißt. take care! auf dass wir uns nicht verlaufen.

 

©diana jahr 2019