rauhnachtgeträume

 

ich blicke in den weihnachtsbaum
und wickle mir licht ins haar
der pulli kratzt wärmt
ein rauschen im kopf, kein nebel
im hintergrund schwedische lieder
und draußen ein stern. gleich trete ich vor die tür
sende dir rauchzeichen
durch eine rauhkalte nacht, orangenworte
und stutenmilch.
es weihnachtet, hör ich von irgendwo.
und dass jemand sagt
alles wird besser.

 

©diana jahr 2020

celanisch

 

 

 

 

 

 

 

 

fragment, nachtblau

und ich fange dein wort, ein leuchten in der nacht
auf dem papier sammelt sich leben, in blau
finden sich wörter zu krausen gedanken
sachs, bachmann? celan, celan!
ergreife das wort. hier und jetzt.

 

© diana jahr

 

ein etwas älteres und variiertes fragment
in erinnerung an
paul celan, zum 100. geburtstag

 

wer noch ein wenig stöbern mag, hier noch drei weitere beiträge, in denen celan anklingt:

du meine leise*

die hellen steine der nacht

skizze 109

 

[noch fällt kein schnee]

 

fernes laub
knistert an meinem ohr
oder ist es das feuer im kamin

du ziehst deine schuhe aus
ich spüre
schritte auf dem parkett

noch fällt kein schnee
mir ins gedicht
nur der tagnebel hüllt uns in seinen kokon

nachts spähen leoniden durchs fenster

und die straße

schweigt

 

©diana jahr 2020