irgendwo ist immer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

für mo

vor sechs frühlingen fielst du einfach so aus der zeit, vor vielen herbsten hinein, nun gelten für dich andere weiten, sternstunden, mondtage, ich sehe dich manchmal in einem baum, einem lächeln, einem tropfen, der den strom hinab fließt, wir haben uns geerdet, beflügelt, ich vermisse dich, doch ich weiß um die zeiten, die weiten in uns – zart ist das leben, zerbrechlich, vergänglich – allein im gedicht wachsen blumen stet, unermüdlich und immer wieder neu

 

©diana jahr 2020

skizze (126)

 

mein kopf ist vernebelt, das pandemische gefühl von nähe und abstand raubt den verstand, sommrige vögel singen träge und zikaden, selbst ein sturm geht nur halbherzig übers land, erinnerungen bröckeln, träume wanken, der blick nach vorn ist verschwommen, und gedichte gehen nur schwer von der hand. wie soll ich schreiben, wenn deine stimme nurmehr flüstert für mich? auch dein kopf ist vernebelt, das sind die zeichen der zeit, doch unsere segel bleiben gewölbt, wie meine hand, wenn du deinen traum hineinlegst, siehst du den milan am himmel, er ist klar und unermüdlich hebt er uns auf seinen schwingen ins blau –

 

© diana jahr 2020