stadtgeflüster

 

bäume tanzen im hinterhof
zum spiel der straßenmusikanten
gesellt sich die nacht
und durchs viertel weht
applaus

/wir stehen im treppeneingang
und sagen adieu/

 

©diana jahr 2015/18
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alltagsgedöns

 

der weinverschluss klemmt
(die hand schmerzt schon)
dann streikt das feuerzeug
die schuhe quietschen
das brot ist hart
und dein bester freund
mit einer durchgeknallten zusammen
der ginkgo verliert immer mehr blätter
du schaltest das radio ein
wieder einer amok gelaufen
und du denkst
scheiße
und der mond
steht unbeirrt
am himmel
das hat was

 

©diana jahr 2018

und darüber hinaus

 

und dann lass ich meine worte frei, frei
aus dem körper-nest:
stell dir vor, du wärst ein bild, ein buntes, abstraktes,
fulminantes werk und ich stünde vor dir
und schriebe ein gedicht
über gewisse rahmenumstände
und ich weiß, du flössest mir zu,
über die grenzen
und wir würden eins, gemälde und gedicht
dann öffnete sich der himmel
und die worte
wären vögel
und sie flögen, flögen weit
über uns hinaus
in randgebiete, vulkanlandschaften
oder meeresbuchten
und wir, wir
flögen mit ihnen
auf ihnen und über uns hinaus
bis ins körper-nest
dort ruhten wir
endlich
in uns
und vielleicht, vielleicht
hätten wir zuweilen
einen schatten geworfen

 

 

©diana jahr 2018