[aus: gesänge einer urenkelin]



an einem fünften julmond
liegt schnee auf den dächern
den ästen den wiesen
einer keltischen landschaft
in meiner erinnerung
wächst grün über uns hinaus
eine längst vergangene weise
führt zu uns zu unseren kindern
sprechen wir sanft
weiß über
eiltes land einer fremd
vertrauten melodie


©diana jahr 2022

zwischen ginster und stadt/ geben wir uns nicht verloren



nach einem sturm sind
meine haare verknotet
wirr die fäden im kopf
wenn ich dich denk
sprechen zeilen zu mir
steigen aus den tiefen
einer sternennacht
vergessen wir die straßen
um uns herum nicht
die aus milch
die aus dumpfem asphalt
hören wir liebe
den regen das meer
die sterne
um uns


©diana jahr 2022

skizze (152)



und du antwortest mit einem handstreichen, als ob du meine gedanken liest, und du liest sie nicht nur, sondern übersetzt sie dem wind. ein stilles gespräch, nicht verlassen, nur versunken in einem zimmer der nacht. gute geister, denke ich abermals, und du öffnest das fenster. siehst du, sagst du, hörst du? aus dem dunkel, nichts. es wird kalt, aber mir ist warm. gleichzeitig greifen wir zum fenster, wollen es schließen. handgedichte. wir gehen zum kamin und setzen uns. gischt kommt mir in den sinn, als du mich küsst und dass ich deine gedanken spiegle, als wären mir meine eigenen worte abhanden gekommen. dabei haben wir nur die geschichte beiseite gestreift. oder sind wir
mittendrin?


©diana jahr 2021/22