korfu 6/7

 

6

aber oder und
scheren mich nicht
wie gern streif ich mit dir
satz an satz
durchs grüne gras
ins schneckenhaus!
und wieder hinaus
durch silbenhaine und meer
fremde worte
von anfang und
(da ist es wieder,
das wort!)

 

7

und so schreiben wir uns
an den anfang
aller gedichte, an den anfang
jeder berührung
und ich lächle mich
von vers zu vers zu dir
am strand, im café
zwischen zypressen
wer weiß, vielleicht
sitzt du direkt
neben mir, wort
an wort

 

©diana jahr 2019

korfu 1/2

 

1

wie seltsam, hier am meer
suchen mich worte heim
aus anderen gefilden
pflaumenbaum, drachen
beispielsweise wie seltsam
dabei bin ich ganz
und gar hier
auf dieser grünen berg-
mittelmeerinsel
voller olivenbäume
und zypressen

 

2

reich mir den weißwein
wünschelruten, drachen
steigen mitten im sommer
ein gewitter
und halme schwellen
bei jedem schritt
durchs weiche gras

©diana jahr 2019

 

fortsetzung folgt: eine reihe von gedichten, die auf korfu entstanden sind!

 

julinacht

 

die luft steht, nie war der regen ferner. ich trete auf den balkon und über mir erhebt sich ein großer vogel vom dach. die nacht ist milchig, blass die sterne. fledermäuse ziehen ihre seltsam zackigen kreise, der fuchs ruft wieder aus dem wald und ein glühwürmchen vollführt vor meinem auge seinen tanz, als wolle es mir den weg in den traum weisen. still zieht ein wort mir durch den sinn ins herz. die nacht summt.

 

© diana jahr 2019