[im gedicht]

 

im gedicht darf alles stürmen
was nicht gesagt werden kann
auf der straße
im wohnzimmer
in der herzkammer
ein gespräch, monolog
ein umstülpen
des (er)innern
der klang von versen
(sascha liebt nicht große worte)
verrükcte buchstaben
frag (nicht) nach liebe
ein ungeheuer
spuckt feuer
und das leiseste
zarteste
liegt zwischen den zeilen

 

© diana jahr 2020

jahreswechsel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

seltsam, dieses bedürfnis, das alte jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen, dabei sagt diese zeiteinteilung eigentlich gar nichts aus. früher pflegte ich mit jedem neuen schuljahr zu sagen: neues spiel, neues glück! das ergab noch halbwegs sinn. ich fasse nie vorsätze, sondern nenne sie wünsche. das klingt doch viel schöner! in diesem sinne umarme ich dich und das neue jahr: hallo 2020!

 

nähe

 

und dann bedeutet nähe auch sich zurückzuziehen. nähe verträgt ferne und umgekehrt. nähe ist keine konstante. stets in bewegung. und freiwillig. immer wieder neu auszuloten. so bereise ich dich immer wieder neu und schenk dir meine nähe, nur dann, wenn du sie willst. und dann, wenn ich sie will. das sind diese abendroten momente oder spätsommeraugenblicke, wir, jederzeit möglich.

 

©diana jahr