bewegung

 

alles was mich bewegt bewegt sich
durch meine finger
auf den bildschirm
wozu eigentlich braucht das bild
einen schirm
muss es geschützt werden
vor den tränen
einer anderen zeit
oder vor den tränen der bäume
in denen der weltschmerz hängt wind
bewegt die blätter die kargen
und rüttelt am stamm
und am innern
was du liest bewegt
etwas vielleicht oder
hält dich mich
ein gedicht

 

©diana jahr 2019

korfu 6/7

 

6

aber oder und
scheren mich nicht
wie gern streif ich mit dir
satz an satz
durchs grüne gras
ins schneckenhaus!
und wieder hinaus
durch silbenhaine und meer
fremde worte
von anfang und
(da ist es wieder,
das wort!)

 

7

und so schreiben wir uns
an den anfang
aller gedichte, an den anfang
jeder berührung
und ich lächle mich
von vers zu vers zu dir
am strand, im café
zwischen zypressen
wer weiß, vielleicht
sitzt du direkt
neben mir, wort
an wort

 

©diana jahr 2019

korfu 4/5

 

4

barfußschreiten
das gras weiten
im olivenhain den herbst
abstreifen (wie eine zweite haut)
uns angleichen, erweichen
und das oder streichen
/wie die silben
von deinen lippen gleiten/

 

5

deine lippen zeugen
vom silbenwald
jenseits der sätze
umfangen wir uns
buchstabenscheu
zwischen den zeilen
wächst ein fragezeichen
oder?

 

©diana jahr 2019

 

fortsetzung folgt 🙂