perspektiven (von mir aus)



standpunkt

ich gehe davon aus
wo ich stehe

meine sprache nimmt raum ein
wenn du mir zusagst

ich kann nur aus mir heraus sehen
und was ich sehe
ist vielfältig

standpunkte
sind wechselbar

unterm mond
stehe ich
entschlossen

weiterzugehen



haus

von gelbgetünchten wänden
bin ich umgeben von fenstern
und türen
geöffnet

die pantoffeln sind weich
und du
der blick hinaus



garten

leben auf engstem raum
im weitesten sinne

du weitest die sinne
die sonne



dorf

vor mir ausgebreitet
häuser straßen wiesen
um die ecke gedachtes

standpunkte aller art

(weiter noch
meer

und



©diana jahr 2022

rauhnächte (6/7)


6

als die weinflasche
zwischen tür und angel
mir aus der hand fiel
und hindonnerte
musste ich kehren und wischen
zwischen den jahren, vielleicht
dass es für etwas gut ist
vielleicht dass glasscherben
glück bringen wenigstens
ein bisschen



7
der schalk geht mit mir durch
nacht und nebel
dunkeln das land
das meer tönt hell
in diesen stunden
raunen wir lieder
sagen uns wünsche
aus schall und rauch


©diana jahr 2021/22

weihrauhnacht (1/2)



1

die nacht hebt mich auf
und unter tage weben worträuber
geschichten
von himmelsguckern von
erdbewohnern
als ob eine kruste
aufgebrochen wär

2

ein blatt
gleich einem schmetterling
fällt mir vor die füße
ich weiß es kommt von dir
aus den weiten der dunkelheit
und des lichtes
aus den buchstaben
deiner worte
fliegt es mich an
und tritt in den raum
eines traums


©diana jahr 2021




ich wünsche euch schöne friedliche festtage!


[aus „novembrium 21“]



8
dieser warme flutende lichtball
im späten jahr
schweifen gedanken ab
gleis 2


9
volle autobahnen
eine reise nach irgendwo
ermüdet dieses kleine glück
zurückzukehren in weite
in stille

10
einer ist von uns gegangen
im november
ein paar blätter baumeln noch
bis sie fallen
muss ich birnen ernten
und die letzten himbeeren
leuchten immer noch
schmecken immer noch
nach dir




©diana jahr 2021