warten auf grashalmverse

 

wenn sich gedichte krümmen in mir
quer liegen, schwer wiegen
kantig, grantig
den ausgang sperren
und das gehirn
die finger
lähmt zähmt
wenn nicht mal skizzen
sich formen

dann ist der fluss nur
eine frage, das gras
ein komma im wind
und die weite
kann ich nicht sehen

ich bleibe stehen
und warte auf worte
die sich erheben, fliegen
stieben, fegen
in wirbelnder ordnung
sich zueinander legen

dann bin ich leicht
bin ich frei

dann schreib ich mich an den fluss und entfalte ein grasgedicht

 

© diana jahr 2020

 

sperren sich worte in mir

 

fällt schräg durchs fenster
licht an der wand
tummeln sich schatten in grün

ach kennte ich nur eine sprache
der bäume
ginge ich weiter
lauschte ihnen
durch wald und flur
flüstert der wind
geh weiter
goodbye

hohlräume, phrasen
hämmert ein specht

birken breiten die arme
am rande des blickfelds

steht ein gedicht

 

© diana jahr 2020