und darüber hinaus

 

und dann lass ich meine worte frei, frei
aus dem körper-nest:
stell dir vor, du wärst ein bild, ein buntes, abstraktes,
fulminantes werk und ich stünde vor dir
und schriebe ein gedicht
über gewisse rahmenumstände
und ich weiß, du flössest mir zu,
über die grenzen
und wir würden eins, gemälde und gedicht
dann öffnete sich der himmel
und die worte
wären vögel
und sie flögen, flögen weit
über uns hinaus
in randgebiete, vulkanlandschaften
oder meeresbuchten
und wir, wir
flögen mit ihnen
auf ihnen und über uns hinaus
bis ins körper-nest
dort ruhten wir
endlich
in uns
und vielleicht, vielleicht
hätten wir zuweilen
einen schatten geworfen

 

 

©diana jahr 2018
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[ich rede von dir] 2

 

und wenn ich von dir rede
meine ich jeden schritt
zum meer, weniger
was dich angreift, worte,
die regentonnen füllen und solche
die blaumeisen zum lachen bringen
und ich bin eine frau
die liebe lässt sich nicht wiederholen
nur am rande
erneuern und hegen
wenn ich von dir rede
meine ich uns

 

©diana jahr 2018

reisegedicht

 

dort, wo mich die palmen berühren, ist das paradies eine insel, jedenfalls nach meinem verständnis, nein, davor! liegt der berg, dahinter mehr meer, wie ich dieses wortspiel liebe! weil alles in ihm steckt an meer mehr sehnsucht, liebe sowieso und weite, diese weite hinter dem
mehr

 

©diana jahr 2018

18.09.2018, irgendwo im westerwald

 

flirrende hitze, überm land, saharawind. die schläfen schmerzen. buchstaben, staub im mund. allein für das liebeswort erfinde ich einen fluss. er kühlt die stirn, die lippen, er bringt dinge ins fließen und rückt mir sanft den kopf zurecht

 

©diana jahr 2018