dichtungsring 52 – veröffentlichung

 

ich freue mich sehr über die veröffentlichung zweier meiner texte im neuen dichtungsring!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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skizze (73)

 

schriebe ich (dir) einen brief, wäre das blatt blau oder weiß, ich weiß nicht, ich blaue nicht, ich möchte nur so viel sagen, doch das alles weißt du schon längst. also lasse ich das blatt frei, genauso wie dich. und doch bleibt ihr beide, freiwillig und gern. das wort fliegt, immer dir zu. du nimmst es auf, gibst es zurück und so vermehren sie sich, unsere wörter, all die gesagten, ungesagten, geschriebenen und unbeschriebenen. du weißt schon, was ich dir sagen will. alles. und du schenkst mir dafür: dein wort, dein kostbarstes und
in den himmel schreibt sich
ein gedicht

 

©diana jahr 2018

an den januar

 

du warst unerhört mild und stürmisch zugleich, brachtest literweise regen und kaum einen fingerhut sonne hervor. wie kann ich dir noch glauben, dass du zum winter gehörst? der blues blieb aus, aber das lag bestimmt an den blumentagen, die du mir beschertest. du warst unentschieden. nun erlöst dich der februar,  wie er sich wohl dazu stellt? was du mich lehrtest: du bist facettenreich. und damit hast du mich überrascht, denn was erwartet man von dir? du hieltest anderes bereit. dafür danke ich dir.

 

©diana jahr 2018

skizze (56)

 

diese idee, dieses bedürfnis nach geraden zahlen. so als symbolisierten sie harmonie. gerade bevorzuge ich ungerade zahlen. zeit querzudenken, und nicht alles um jeden preis in einklang bringen zu wollen. vielmehr vielleicht der versuch eine balance zu schaffen zwischen dissonanz und harmonie?

 

©diana jahr/ 2017

skizze (55)

 

aber wir menschen sind mehr als unser körper, selbst mehr als die gedanken. was ist mit den gefühlen, der unsäglichen fähigkeit zu empfinden? manche nennen es seele oder herz. oder liebe. (welch weitreichendes wort!) aber im grunde fehlt jede begrifflichkeit dafür; sprache vermag dieses phänomen nur zu umkreisen. allenfalls einer kombination, die aus dem innern entsteht, die einem schöpferischen moment entspringt, kann es – vielleicht! – gelingen den kern zu berühren.

 

©diana jahr/ 2017