skizze (134)

 

bei vielem, was ich tu, was ich schreibe, zweifle ich, immer schwingt der gedanke, ob richtig, ob sinnvoll? ein sehnen, ab und zu eine gewissheit zu finden; ohne wurzeln schwebt alles dem himmel zu. ein bein ist immer am boden, noch bin ich nicht haltlos, irgendwo hakt ein fragezeichen, biegt sich gerade und spricht zuversicht

 

©diana jahr 2021

vielleicht, dass der april …

 

… mit den jahren schwestern und freundinnen schluckt, vielleicht, dass der april ein guter monat ist zum sterben, noch sind da spuren des winters, aber die natur ist bereit sich aufzufächern, es ist nicht leichter, aber heller, und im frühling steckt vielleicht die ahnung, dass ihr um uns seid, in jeder blume, in der milde der luft, und die gewissheit, dass alles weiter geht

 

(für astrid, barbara und mo)

 

© diana jahr 2021

skizze (127)

 

das sibyllinische jahr ist noch nicht vorüber dieses langsam rasante im herbst werden wir uns vergraben unter decken und grünen worten der winter weiß nichts von menschlichem befinden und ich bin seltsam libellenhaft im kopf laut und leise deine stimme ein murmeln im sturm

 

©diana jahr 2020

skizze (126)

 

mein kopf ist vernebelt, das pandemische gefühl von nähe und abstand raubt den verstand, sommrige vögel singen träge und zikaden, selbst ein sturm geht nur halbherzig übers land, erinnerungen bröckeln, träume wanken, der blick nach vorn ist verschwommen, und gedichte gehen nur schwer von der hand. wie soll ich schreiben, wenn deine stimme nurmehr flüstert für mich? auch dein kopf ist vernebelt, das sind die zeichen der zeit, doch unsere segel bleiben gewölbt, wie meine hand, wenn du deinen traum hineinlegst, siehst du den milan am himmel, er ist klar und unermüdlich hebt er uns auf seinen schwingen ins blau –

 

© diana jahr 2020

jahreswechsel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

seltsam, dieses bedürfnis, das alte jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen, dabei sagt diese zeiteinteilung eigentlich gar nichts aus. früher pflegte ich mit jedem neuen schuljahr zu sagen: neues spiel, neues glück! das ergab noch halbwegs sinn. ich fasse nie vorsätze, sondern nenne sie wünsche. das klingt doch viel schöner! in diesem sinne umarme ich dich und das neue jahr: hallo 2020!