juli 2019, westerwald

 

die zikaden zirpen um die wette, welch satter klang, es ist warm und trocken, wie im süden, regen weitgehend abwesend. borkenkäfer zerfressen sämtliche nadelbäume und der eichenprozessionsspinner webt fleißig seine netze. noch fließt das wasser aus der leitung, aber wie lange noch – wie lange?

 

© diana jahr 2019

julinacht

 

die luft steht, nie war der regen ferner. ich trete auf den balkon und über mir erhebt sich ein großer vogel vom dach. die nacht ist milchig, blass die sterne. fledermäuse ziehen ihre seltsam zackigen kreise, der fuchs ruft wieder aus dem wald und ein glühwürmchen vollführt vor meinem auge seinen tanz, als wolle es mir den weg in den traum weisen. still zieht ein wort mir durch den sinn ins herz. die nacht summt.

 

© diana jahr 2019

skizze (97)

 

am abend zikaden zählen, neun, es ist noch nicht sommer, nur im kopf, wenn der wein wärmt und deine stimme von fern die sonne beschwört oder den mond – dann zähmt die nacht den traum oder umgekehrt je nachdem /diese stille zählt stunden/ und du die jahre im takt der lieder, die niemand mehr braucht (weil sie im herzen schlagen)

 

© diana jahr2019

von wegen ginkgo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und dann möchte ich etwas über ginkgo schreiben aber es kommt mir ganz anderes in den sinn von wegen freundschaft und liebe und von wegen die wir gehen manche bewusst andere unbewusst manche eröffnen sich von selbst auf andere wird man geschubst oder gestoßen und manche geht man in die blaue welt hinein (am rande ein herz) und dann lande ich in einem park voller prächtiger alter bäume ich denke dafür lohnt es sich zu kämpfen und so schließt sich der kreis zum ginkgo und zur freundschaft und zur liebe

 

© diana jahr2019

skizze (93)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ich schwimme, ich gehe, gedanklich im irrgarten. was mir so begegnet, plastik, in allen formen und größen, abgase, eine wieder zunehmend rassistische gesinnung. gedanken ans sterben, der bienen, und allgemein. wie alles zusammenhängt. jugendliche, die auf die straße gehen, im sinne von greta aus schweden. aufgerüttelte menschen. was gut ist. diese sorge um unsere erde, ums grün. wir haben sie nur geliehen, reichen sie durch unsere hände. immer weiter. „menschenjunges, dies ist dein planet“, sang einst reinhard mey, es liegt an uns, ob er unsere kinder in zukunft willkommen heißt. take care! auf dass wir uns nicht verlaufen.

 

©diana jahr 2019