schlaf gut

 

wenn ich nachts nicht schlafen kann, suche ich mir meditationswörter, nur in gedanken, zweisilbig, für jedes ein- und ausatmen je eine silbe, möglichst wohlklingend, mit einem a. es beruhigt mich. schlafen selbst ist solch ein wort. letztens habe ich festgestellt, dass auch amen sich wunderbar anfühlt, obwohl ich nicht gläubig bin. aber es bedeutet tatsächlich so viel wie „fest/ zuverlässig sein“. vom klang her ist es nahe am atmen und umarmen.
lass dich in den schlaf fallen, die landung ist weich.

 

©diana jahr 2018
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skizze (73)

 

schriebe ich (dir) einen brief, wäre das blatt blau oder weiß, ich weiß nicht, ich blaue nicht, ich möchte nur so viel sagen, doch das alles weißt du schon längst. also lasse ich das blatt frei, genauso wie dich. und doch bleibt ihr beide, freiwillig und gern. das wort fliegt, immer dir zu. du nimmst es auf, gibst es zurück und so vermehren sie sich, unsere wörter, all die gesagten, ungesagten, geschriebenen und unbeschriebenen. du weißt schon, was ich dir sagen will. alles. und du schenkst mir dafür: dein wort, dein kostbarstes und
in den himmel schreibt sich
ein gedicht

 

©diana jahr 2018

an den januar

 

du warst unerhört mild und stürmisch zugleich, brachtest literweise regen und kaum einen fingerhut sonne hervor. wie kann ich dir noch glauben, dass du zum winter gehörst? der blues blieb aus, aber das lag bestimmt an den blumentagen, die du mir beschertest. du warst unentschieden. nun erlöst dich der februar,  wie er sich wohl dazu stellt? was du mich lehrtest: du bist facettenreich. und damit hast du mich überrascht, denn was erwartet man von dir? du hieltest anderes bereit. dafür danke ich dir.

 

©diana jahr 2018

skizze (56)

 

diese idee, dieses bedürfnis nach geraden zahlen. so als symbolisierten sie harmonie. gerade bevorzuge ich ungerade zahlen. zeit querzudenken, und nicht alles um jeden preis in einklang bringen zu wollen. vielmehr vielleicht der versuch eine balance zu schaffen zwischen dissonanz und harmonie?

 

©diana jahr/ 2017