celanisch

 

 

 

 

 

 

 

 

fragment, nachtblau

und ich fange dein wort, ein leuchten in der nacht
auf dem papier sammelt sich leben, in blau
finden sich wörter zu krausen gedanken
sachs, bachmann? celan, celan!
ergreife das wort. hier und jetzt.

 

© diana jahr

 

ein etwas älteres und variiertes fragment
in erinnerung an
paul celan, zum 100. geburtstag

 

wer noch ein wenig stöbern mag, hier noch drei weitere beiträge, in denen celan anklingt:

du meine leise*

die hellen steine der nacht

skizze 109

 

[noch fällt kein schnee]

 

fernes laub
knistert an meinem ohr
oder ist es das feuer im kamin

du ziehst deine schuhe aus
ich spüre
schritte auf dem parkett

noch fällt kein schnee
mir ins gedicht
nur der tagnebel hüllt uns in seinen kokon

nachts spähen leoniden durchs fenster

und die straße

schweigt

 

©diana jahr 2020

gedichte zwischen sechs gläsern wein

 

wir tauschen wärme
im gras
im gedicht

fällt ein traum
zu boden
heb ihn auf

für später
stelle ich noch eine flasche wein
kalt ist es draußen und
dunkel der tag
weiß nichts
vom weinen

und vergieß nicht
den roten auf dem teppich
entsteht ein surreales bild
aus gestern und morgen
wer weiß das schon

komm zu mir
in der nacht
eilt auf leisen sohlen
dein wort
verwischt
und fällt
in meinen schoß

trink noch ein glas wein

ein ende gibt es nicht

 

©diana jahr 2020