skizze (72)

 

früher diese unbeschwerten tage, die nie endeten, als wir auf das aschentonnenhäuschen am gartenrand kletterten und dann zu fliegen versuchten – heute weiß ich: wir flogen!

 

©diana jahr 2018
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am strand

 

und das kind
baute eine sandburg, so schön
wie ein schloss, nicht etwa
als abwehr gedacht,
wie es mir mit leuchtenden augen erzählte,
sondern als herberge
für flüchtige menschen.
seine hände strichen stolz
die letzten sandkörner glatt.
und sogar das meer
hielt ehrfürchtig inne,
bevor es das kunstwerk
verschlang.
doch die meisten burgen
halten lange, tröstete ich
das kind. morgen baue ich eine neue!
rief es in den wind
und legte seine hand
entschlossen in meine.
es sah in die weite und ich
blickte es an: das kind.

 

©diana jahr 2017

kleine frühlingspoesie

 

 

 

 

 

 

 

 

weißt du noch
wie wir als kinder
vom nektar
der rosa blüten
tranken?
in dieser süße
lag eine ganze welt!
vielleicht hab ich mich damals
mit dem virus infiziert
namens poesie
(oder war es doch deine hand
die – ganz sacht nur –
die meine streifte?)

 

 

©dianajahr 2017

erdbeertage

erdbeeren

 

 

 

 

 

 

 

heute die erste erdbeere gegessen, aus eigener ernte. himmlische süße.
unvergleichlicher erdbeergeschmack. /kitschig? ja!/ wie konnten wir stadtkinder auch nur ahnen, wie sie wirklich schmecken, diese herzfrüchte? (… nach küssen…)
wovon haben wir geträumt? von feldern, wildnis, sommer und freiheit. wir hatten das auch, klar. aber nie so (echt) wie heute. (oder war es umgekehrt?) und die küsse – sie kamen später. aber das waren keine erdbeer- sondern kirschküsse. die kirschen sind noch nicht reif. sie wachsen auch in meinem garten. aber zunächst muss ich von einem neuen sommer träumen.

 

©dj06/15