[- stille ist nicht -]

 

meine stille ist nicht still
sie rauscht
in meinen ohren
ein meer
ein gebirge
klangteppich
landendes flugzeug
und ab und zu
ein gläserner ton

 

©diana jahr 2021

29 Antworten zu “[- stille ist nicht -]

    • ja, ist tatsächlich so, aber weh tut es/ die nicht-ganz-vorhandene stille eigentlich – zum glück! – nicht. aber ich denke, das gedicht ist auch sogar ohne die assoziation tinnitus vielleicht lesbar, denn stille ist ja nie wirklich ganz still. denke ich. 🙂 vielen lieben dank und herzliche grüße auch zu dir! diana

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  1. Ich habe das Gedicht ohne die Assoziation Tinnitus gelesen. Das Rauschen habe ich unmittelbar als das Rauschen von Wasser aufgefasst. Das Rauschen des Regens kann sehr laut sein und ist doch nicht ohrenbetäubend: es stillt die Welt, bringt Stille ins Herz. Das Meer rauscht (mit Muscheln?) und brandet und stillt Angst und Kummer mit seiner Weite. Im Gebirge: rauschende Wälder, die alle Unrast stillen und der rauschende Wind hoch auf dem Gipfel, der von stillem Alleinsein erzählt. Ein Teppich aus Klängen, vielfach verwebt und verknüpft, ein fliegender Teppich, ein (Segel?-)Flugzeug, rauschende Flügel, seine Landung eine Rückkehr in Sicherheit.
    Hin und wieder ein gläserner Ton, klar, hoch, einschneidend, eine Kerbe in der Stille, die danach noch tiefer zurückkehrt.
    Die Stille ein Rauschen, ein sanftes Verrauschen, weniger und weniger, fast nichts… Die Stille: wie eine Leinwand, die sichtbar wird, durch einige Tupfen darauf…
    Ein wunderbares, vielstimmiges Gedicht über die vielen Stimmen der Stille!
    LG Michael

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  2. Ich finde in deinem Gedicht mein eigenes Erleben von Stille wieder (ganz ohne Tinnitus). Stille ist für mich nicht (stille ist nicht) die vollständige Abwesenheit von Geräuschen. Meine Lebensgeräusche, Blut, Muskeln, Atem … sind immer da, zum Glück.

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  3. Dachte zuerst auch an einen feinen Tinnitus, handelst sich aber eher an imaginäres Hinterkopforchester – ein Spiel der Bilder, die sich als Känge „verkleiden“ … ( such noch nach dem passenden Begriff)

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  4. zu all euren feinen kommentaren noch ein gedanke: ist es nicht auch so, dass allein gedanken (hier: zb ans meer, an gebirge etc) die stille quasi übertönen können? vielleicht kann stille auch eine haltung sein. oder ein persönliches befinden. 🙂
    danke euch nochmals!

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  5. Und wie das Meer
    am Ufer

    in mir
    mein Wesen
    in den Träumen

    in meinen Gedanken
    umrauscht

    die Worte
    fliegen
    dem Verlangen
    einher

    der Gesang der Vögel
    sagt mir
    sie liebt mich
    im Verborgenen
    gar sehr

    Du gehst
    Schritt für Schritt

    seit Jahren
    auf Deinen Pfaden
    in mir einher

    doch berühren
    konnte ich Dich nicht
    nimmer mehr

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