von der weichheit der hornisse

 

blumen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rückblende 2. ein gedichtzyklus, den ich vor ca. drei jahren schrieb. die einzelnen teile befinden sich hier auf diesem blog, aber in seiner gesamtheit habe ich ihn noch nie veröffentlicht. teil I wurde 2014 im dichtungsring 43 abgedruckt. et voilà!

 

 

von der weichheit der hornisse

 

I

verirrt hatte sie sich
und wandte sich lauthals an mich
was machst du, wenn der sommer geht?
ich hob die schultern
und schwieg
sie umschwirrte mich, aufgeregt
wo ist mein weg?
wir sprachen über den abschied
des sommers, der zuversicht
und über die ruhe des winters
auf(er)stehen, sagte sie
und berührte mein gesicht
ich wehrte mich nicht
ich war zu müde
sie kroch in mein ohr
und flüsterte
sei einfach königin
dann flog sie davon.

 

II

und sie suchte mich wieder
heim, brachte ihr wort
und kämmte mir summen
ins haar (ein nest?)
doch sie bedeutete mir
zu schweigen

hörst du, königin
flüsterte sie
und ich hörte

 

III

und ich hörte
den oktober

mit donnernden fingern
zeichnete er einen blitz
in den himmel
erhob sich die weichheit
und zwinkerte mir zu

schließ die augen
(sieh nicht hin)

und ich schloss die augen
und ich sah

 

IV

und ich sah
den morgen

mit seinem dämmernden wissen
ruhte er auf den planken
der sonne

sie scheint nie matt
(zu sein)
auch im winter

schält die königin
das licht aus der nacht

und gebiert dem tag
eine neue farbe

 

V

und als sie in der farbe
verblasste
spürte ich die weichheit
in meiner brust
schmeckte den anflug
von sommer im winter
/wie eine prophezeiung/
versank die nacht
im weitergehen

 

©diana jahr

 

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15 Antworten zu “von der weichheit der hornisse

    • hey, wie schön, dass du dich erinnerst, lieber michael!
      mir liegt irgendwie viel an diesem zyklus… deshalb hab ich ihn noch mal „hervorgekramt“. 😉
      aber ja, diese seiten hat der winter eben auch, alles eine sache der wahrnehmung 🙂
      danke für deine worte und auch dir alles liebe!
      diana

      Gefällt mir

  1. mit ihr vergehen Sommer und Wärme
    doch zu Dir hatte sie Vertrauen und erkor Dich zu ihrer Königin
    Du schenktest ihr ein Nest und sie brachte die weiche wohltuende
    Winterruhe zu Dir …
    Märchenpoesie, die vom Weichsein der Hornisse handelt.

    Tolle Ideen, liebe Diana, wunderschön zu lesen und die herzlichsten
    Grüße zur Nacht an Dich

    Gefällt 1 Person

    • ja, und jede(r) kann „könig(in) sein“ – manchmal wird man auserkoren und manchmal muss man nur vertrauen haben und sich einlassen…
      danke sehr für deinen schönen kommentar, liebe bruni!
      herzlichste grüße aus dem sonnig-kalten westerwald,
      diana

      Gefällt 1 Person

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