topographisches

ich beuge mich über die landkarte. feuerduft schwängert das zimmer. mit dem finger fahre ich die grate der alpen entlang, verweile hier und da. in der nähe des höchsten berges greift mir wind ins haar, kälte durchzieht mich. erstaunt hebe ich den kopf – und sehe.

aus dem mont blanc ergießt sich tinte zu einem grotesken wesen. mit irren augen flüstert es mir von vernichtung. nichts kann es aufhalten, das weiß ich. ich verwachse mit mir selbst.

das bild verschwimmt und spuckt weitere monster aus, kleine, hässliche gestalten, die mich hungrig anstarren. ich kann nicht fliehen, wohin auch. das ganze land ist überspült.

ich beginne zu lächeln. ausgeliefert, einerseits, mächtig andererseits. ich selbst habe diese kreaturen erschaffen. oder entspringen sie deinem traum?

sie strömen jetzt, fressen meine angst, mein dunkelstes wort.

/der film spult sich vor meinem auge ab, zieht mich in sich hinein. (dabei war ich nie eine schauspielerin.)/

ich beuge mich über die landkarte. sie ist weiß. warm flutet mein haar das papier und malt – dein portrait.

(c)dj/2012
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